Bolero: Rausch in Bildern und Musik
Wie konnte ein so sinnliches Werk wie das „Bolero“ aus einem eher introvertierten, scheinbar der fleischlicher Lust abgewandten Menschen, entspringen?
Darum geht es in diesem biographischen Film über Maurice Ravel, in dem die Entstehung des berühmten Orchesterstückes im Mittelpunkt steht.
Dabei wird die Persönlichkeit des Künstlers ausgeleuchtet, seine prägende Bindung zu der Mutter, seine asexuelle Beziehung zu Frauen, seine Verschlossenheit. Als ob das Feuer, das tief in ihm gesteckt haben muss, sich erst in der Musik habe entfachen können.
Eine Musik, auf die man in dem Film warten muss, da der kreative Prozess, mit den Einflüssen aus dem Jazz und aus der Populärmusik, einen großen Teil der Story ausmacht. Aber wenn das Werk plötzlich entsteht, dann ist es in der Lage, das Publikum in einen Rausch zu versetzen. Ein Rausch, der in der letzten Szene seinen Höhepunkt findet.
Eine Kameraarbeit, die durch elegante Bilder und Kostüme den Zuschauer in die Zeit de la Belle Epoque gekonnt versetzt, und zwei Schauspieler, die in der Rolle von Ravel und seiner Vertrauten Musia eine ikonische Ausstrahlung haben, verleihen diesem Rausch eine visuelle Komponente, welche in einem gelungenen Film nicht fehlen darf.